1. Die Steinmühle
Die Steinmühle wurde 1303 als Getreidemühle von den Zisterziensermönchen aus dem Kloster Zinn erbaut und von diesen betrieben. Bis 1766 wurde die Mühle als Getreidemühle genutzt, bis der damalige Mühlenmeister eine Genehmigung zur Anlegung einer Schneidemühle (Sägewerk) erhielt.
1845 wurde sie wieder abgerissen und danach als Ölmühle wiederaufgebaut. Ende 19. Jahrhunderts wurde auf Dampfkraft erweitert und die Mühle zur Strohpapierstoff-Fabrik umgebaut. Sie wurde auch weiter als Dampfmühle genutzt. 1918 firmiert die Mühle als „G. Thiele Steinmühle“. Inhaber war Emil Gericke, der Schwiegersohn von G.Thiele. 1934 wurde die Dampfmaschine durch einen Motor ersetzt und die Mühle vergrößert.

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Kulturhaus "Anton Saefkow"
Die Geschichte des Kulturhauses „Anton Saefkow“ ist weit mehr als die Chronik eines Steingebäudes. Sie ist ein Spiegelbild der DDR-Industriegeschichte, des gesellschaftlichen Wandels nach der Wende und des schmerzhaften Abschieds von einer kollektiven Identität in der Stadt.
In den frühen 1950er Jahren pulsierte das Herz der Staharbeiterstadt im Takt der Hochöfen. Das Stahl- und Walzwerk war nicht nur der größte Arbeitgeber, sondern der Lebensmittelpunkt tausender Menschen. Um den Werktätigen einen Ausgleich zur harten Arbeit zu bieten und gleichzeitig die sozialistische Kulturförderung voranzutreiben, entstand das Kulturhaus. Benannt nach dem Widerstandskämpfer Anton Saefkow, wurde das Gebäude 1953 zum Symbol für den Stolz der Arbeiterklasse.
Architektonisch war das Haus ein Kind seiner Zeit: Ein funktionaler Prachtbau, der Raum für Bildung, Unterhaltung und politische Repräsentation bot.
In seiner Blütezeit war das „Saefkow“ ein Ort der gelebten Gemeinschaft. Hier wurde Geschichte nicht nur konsumiert, sondern gestaltet. In den zahlreichen Zirkeln für Malerei, Tanz oder Fotografie konnten sich die Stahlarbeiter und ihre Familien künstlerisch entfalten. Der große Saal sah Generationen von jungen Menschen bei ihrer Jugendweihe, während die Lichtspiele im hauseigenen Kino die Leinwand zum Leuchten brachten. Es war eine Ära der Brigadefeiern und Samstagsbälle, in der die Gaststätte des Hauses zum informellen Nachrichtenzentrum des Viertels wurde. Das Kulturhaus war der soziale Kleber, der eine durch die Industrie geprägte Gemeinschaft zusammenhielt.
Mit dem Mauerfall 1989 und der anschließenden Transformation der ostdeutschen Wirtschaft wandelte sich das Schicksal des Hauses dramatisch. Die Privatisierung und der massive Stellenabbau im Stahlwerk entzogen dem Kulturhaus seine finanzielle und soziale Basis. Wo früher tausende „Stahler“ ein- und ausgingen, herrschte plötzlich Unsicherheit. In den 1990er Jahren versuchten wechselnde Betreiber, dem Komplex durch Diskotheken oder kleinere Events neues Leben einzuhauchen. Doch der enorme Sanierungsstau und das veränderte Freizeitverhalten der Menschen ließen diese Versuche scheitern. Das „Saefkow“ verfiel. Was einst ein Stolz der Stadt war, wurde zur Ruine und zum Ziel von Vandalismus, ein stilles Mahnmal für eine untergegangene Epoche.

















