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Bunker der Kreiseinsatzleitung Brandenburg/Havel (AFüSt KEL Brandenburg)

Die Kreiseinsatzleitungen (KEL) waren lokale Führungsorgane für Zivilverteidigung und Landesverteidigung. Sie sollten im Spannungs‑ oder Kriegsfall die Kontrolle über Verwaltung, Versorgung, Bevölkerungsschutz und militärische Unterstützungsmaßnahmen auf Kreisebene sicherstellen. Dazu gehörte immer eine Ausweichführungsstelle (AFüSt) — ein geschützter Bunker, in dem die KEL im Ernstfall weiterarbeiten konnte. Die AFüSt der KEL Brandenburg an der Havel liegt , abseits der Stadt, gut getarnt im Gelände. Das Besondere: Es handelt sich nicht um einen einzelnen LP‑09‑Bunker, wie sonst üblich, sondern um eine doppelte Ausführung (DLP‑09) — zwei LP‑09, um 180° gegeneinander verdreht und leicht versetzt gebaut.

Statt eines Notausstiegs gibt es einen unterirdischen Übergang zwischen beiden Bunkern.

Das ist für KEL‑Bunker ungewöhnlich und selten.

Bauweise und technische Daten

Typische Merkmale:

• 1 Etage

• Schleusenbereich mit gasdichten Türen

• Notstromversorgung (NEA)

• Lüftungs‑ und Filtertechnik

• Arbeitsräume für Stab, Lageführung, Kommunikation

• Lager‑ und Sanitärbereiche

Die Anlage war darauf ausgelegt, mehrere Tage autark zu funktionieren.

Heute ist die Technik weitgehend entfernt und die Räume leer, aber die Struktur ist gut erkennbar. Die Schleusen, Lüftungsöffnungen, Kabelwege und Grundrisse sind noch erhalten.

Nur 50 m daneben befindet sich eine der 4 Beobachtungsstellen für die Stadt Brandenburg mit einem schönen Blick vom Waldrand, über ein Feld auf die Stadt. Erbaut wurde das vom VEB Typenprojektierung Berlin projektierte Bauwerk durch örtliche Betriebe im Auftrag und in Verantwortung des Kommando Luftschutz des MdI, der Vorgänger Organisation der Zivilverteidigung der DDR im Jahr 1962. Die Aufgabe der operativ dort eingesetzten Besatzung bestand in der Beobachtung und Weitermeldung der Auswirkungen von Havarien, Katastrophen, sowie Waffeneinwirkungen im Kriegsfalle auf das Stadtgebiet und dessen Infrastruktur an den Luftschutzstab der Stadt Brandenburg. 2 Personen sollten bis zu 2 Tage in diesem Bauwerk im Einsatzfall verharren, die Lage beobachten und weitermelden (die letzten drei Bilder).

Bei dem Bauwerk handelt es sich um einen monolithischen Bunker mit 500 mm starken Wänden, gegossen aus Beton B 225 und bewehrt mit Stahl der Stahlmarke BSt-I. Die Grundfläche, aufgeteilt in einen Vorflur und dem Beobachtungsraum, beträgt 11 m². Die Schutzausstattung des Bauwerkes war rudimentär, lediglich eine simple Schutzbelüftung in Form eines Grobsandfilters mit einem Balglüfter und ein Überdruckventil zur Abluftführung waren vorhanden. Die Sichtschlitze waren mit beschussfestem Glas geschützt. Zur Kommunikation diente zunächst eine Drahtverbindung, im Jahr 1964 erfolgte die nachträgliche Ergänzung einer Antennendurchführung mit Antennenaufnahme.

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