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Dampflokfriedhof Falkenberg

Friedhof ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck dieses Ortes, es ist aber auch kein Museum. In dem alten Bahnbetriebswerk von Falkenberg werden von Enthusiasten einige der ca. 50 sich auf dem Gelände befindlichen Lokomotiven optisch aufbereitet. Die Fahrbereitschaft wird aus Kostengründen nicht wieder hergestellt.

Das Gelände gehört Bernd Falz, der bereits seit 1986 im Hermeskeiler Bahnhof (Rheinland-Pfalz) rund um den alten Lokschuppen aus dem Jahr 1888 ein Museum betreibt. Dort hat er über 50 alte Lokomotiven – teils noch aus der Preußenzeit von 1913 oder aus der DDR zusammengetragen und ausgestellt.

Mit dem Fall der Mauer 1989 öffnete sich Falz ein wahres Eldorado. Mit dem Ziel vier Dampfloks zu kaufen, reiste er in den Osten und kam mit 40 zurück. Immer wieder graste er die Bahnhöfe ab, auf der Suche nach ausrangierten Lokomotiven der Reichsbahn sowie früherer DDR-Betriebe. Irgendwann erwarb Falz von der Bahn fast alles, was alt und als Lok schienentauglich war. Auch in Bulgarien fand er mehrere Schnellloks aus preußischer Zeit. Erhalten wollte er so viele Loks wie möglich, um sie der Nachwelt zu zeigen. Als es in der Heimat zu eng wurde, wurden rund 80 Loks auf einen alten Munitionsdepot bei Jüterbog deponiert. Ich sah mir damals die Ausstellung auch an. Hier musste er aber wegen Kappung des Gleisanschlusses ausziehen. Er zog mit seinen Dampf-, Diesel- und E-Lokomotiven aus der Bauzeit von 1917 bis 1976 im Jahr 2001 in das von ihm gekaufte obere Bahnbetriebswerk von Falkenberg/Elster. Seitdem wurden hier zahlreiche Loks aufgearbeitet, ausgestellt und allerhand Material und Bahninterieur angesammelt. Die Sammlung von Falz gilt heute als die größte Privatsammlung in Europa. Sie kann zu bestimmten Terminen besichtigt werden. Ich war Pfingsten 2022 dort. Es lohnt sich.

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