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Eingang Diefenbunker bei Ottawa in Kanada

Diefenbunker

Der Diefenbunker ist eine der eindrucksvollsten Hinterlassenschaften des Kalten Krieges in Kanada – ein riesiger, vierstöckiger Atombunker unter der Erde, gebaut in absoluter Geheimhaltung, nur 30 km westlich von Ottawa. Seine Geschichte ist eng mit der Angst vor einem nuklearen Angriff und der Frage verbunden, wie ein Staat im Ernstfall weiter funktionieren könnte. Ende der 1950er Jahre verschärfte sich der Kalte Krieg dramatisch. Die Sowjetunion verfügte über Interkontinentalraketen, und die westlichen Staaten entwickelten Notfallpläne für den „Tag X“. Der kanadische Premierminister John Diefenbaker ordnete 1959 den Bau eines zentralen Regierungsbunkers an. Der Bau dauerte nur 18 Monate. Der Bunker ist 22 m tief, 10.000 m² groß, aus 32.000 m³ handgegossenem Beton und 5.000 t Stahl gebaut, ausgelegt, um eine 5-Megatonnen-Explosion aus 1,8 km Entfernung zu überstehen. Er war nicht für einen direkten Treffer gedacht – seine wichtigste Verteidigung war die Geheimhaltung. Im Ernstfall sollten 535 Regierungs- und Militärangehörige hier 30 Tage überleben können: Premierminister, Kabinettsmitglieder, der Generalgouverneur, Nachrichtendienste, Kommunikationspersonal. Ab 1962 war der Bunker als Canadian Forces Station Carp (CFS Carp) rund um die Uhr besetzt – etwa 100–150 Personen arbeiteten dort in streng abgeschirmten Kommunikations- und Überwachungsbereichen. Er diente als zentrale Notfall-Regierungszentrale (CEGHQ), Knotenpunkt für geheime militärische Kommunikation und Teil eines landesweiten Netzwerks kleinerer Notfallbunker. Während der Kubakrise 1962 bereitete sich die Regierung tatsächlich darauf vor, sich in den Diefenbunker zurückzuziehen. 1994 wurde die Anlage außer Dienst gestellt und als National Historic Site anerkannt – als wichtigstes erhaltenes Relikt des Kalten Krieges in Kanada. 1998 öffnete der Bunker als Diefenbunker: Canada’s Cold War Museum für die Öffentlichkeit. Besucher können heute u. a. sehen: den langen Blast Tunnel, Dekontaminationsduschen, das CBC-Notfallstudio, die Suite des Premierministers, den Tresor der Bank of Canada, Kommando- und Kommunikationsräume. Durch das Vorhandensein sämtlichen originalen Inventars ist der Besuch ein interessantes Erlebnis für jeden Bunkerfan.

 

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