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Die Knappschafts-Heilstätte

Auf einem Berg thronend steht die ehemalige Knappschafts-Heilstätte im Harz. Wir betraten das Gelände bei beginnender Dunkelheit an einem grauen Dezembernachmittag. Die Atmosphäre in dem ausgehöhlten Gebäudekomplex war schon gruselig. Wir waren aber nicht allein im Objekt, viele Spaziergänger schauten sich die maroden Gebäude ebenfalls an. Der Verfall ist schon weit fortgeschritten. Die obere Etage war sogar teilweise eingestürzt. Die einstige Pracht ließ sich nur erahnen. 

Die Eröffnung erfolgte mit Aufnahme der ersten Patienten am 17. Januar 1898 statt. Zu den Patienten zählten Bergleute. In Kriegszeiten diente die Einrichtung auch als Lazarett. In der Nachkriegszeit wurde das Haus durch die sowjetische Armee genutzt. Danach diente es wieder der Behandlung von Lungenkranken, deren Zahl nach dem Zweiten Weltkrieg wieder stark angestiegen war. Ende der 1960er Jahre wurde das Haus – sicher aufgrund seiner Nähe zur Innerdeutschen Grenze zu einem Reha-Zentrum für Querschnittgelähmte. Nach der Wende wurde das Haus weiterhin als Krankenhaus für Querschnittgelähmte verwendet, entsprach aber bei weitem nicht den westlichen Ausstattungsstandards. Als Ersatz wurde im Nachbarort eine neue Klinik errichtet. Die Schließung des alten Gebäudes erfolgte am 15. März 1997. Die ehemalige Knappschafts-Heilstätte steht seither leer und ist dem Verfall preisgegeben. Investoren für eine Nachnutzung fanden sich bisher nicht.

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