1. Die Steinmühle
Die Steinmühle wurde 1303 als Getreidemühle von den Zisterziensermönchen aus dem Kloster Zinn erbaut und von diesen betrieben. Bis 1766 wurde die Mühle als Getreidemühle genutzt, bis der damalige Mühlenmeister eine Genehmigung zur Anlegung einer Schneidemühle (Sägewerk) erhielt.
1845 wurde sie wieder abgerissen und danach als Ölmühle wiederaufgebaut. Ende 19. Jahrhunderts wurde auf Dampfkraft erweitert und die Mühle zur Strohpapierstoff-Fabrik umgebaut. Sie wurde auch weiter als Dampfmühle genutzt. 1918 firmiert die Mühle als „G. Thiele Steinmühle“. Inhaber war Emil Gericke, der Schwiegersohn von G.Thiele. 1934 wurde die Dampfmaschine durch einen Motor ersetzt und die Mühle vergrößert.

Kurbad Kyselka deutsch: Gießhübl-Sauerbrunn
Die Mineralquellen von Kyselka liegen im Tal der Ohře (Eger) unweit von Karlovy Vary (Karlsbad). Der Aufstieg zum Kurort begann Anfang des 19. Jahrhunderts als das Gebiet zur Habsburger Monarchie gehörte. Um 1829 entwickelte Wilhelm von Neuberg den Ort systematisch zu einem kleinen Kurbad. Es entstanden ein Restaurant und ein Pavillon über der Quelle.
1852 wurde die Hauptquelle in Otto-Quelle umbenannt, und man errichtete eine Kolonnade darüber. In den 1880er Jahren entstanden repräsentative Gebäude, darunter das große Kurhaus, der Schweizer Hof und weitere Kurhäuser. Kyselka war nie so groß wie Karlsbad oder Marienbad, aber es galt als exklusiv und ruhig – ideal für Erholung in schöner Natur.
Der entscheidende Mann für Kyselka war Heinrich Mattoni (1830–1910), ein Unternehmer italienisch-deutscher Herkunft aus Karlsbad. 1867 pachtete er die Hauptquelle und begann, das Mineralwasser professionell abzufüllen und weltweit zu vermarkten – unter dem Namen Mattoni. Mit dem Erfolg des Wassers investierte Mattoni massiv in den Ort: Er baute seine repräsentative Villa Mattoni (1868 im Neorenaissance-Stil), erweiterte die Kuranlagen, ließ Promenaden und Parks anlegen und schuf einen eleganten kleinen Kurort. Kyselka wurde zum „Kurort für Könige, Kaiser und Kobolde“ – das Kaiserpaar Franz Joseph I. und Sissi, Erzherzöge und viele Adelige sowie Künstler und Wissenschaftler kamen hierher.
Bis zum Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit (Tschechoslowakei) florierte das Bad. Es gab mehrere Kurhäuser, eine Wasserheilanstalt und eine schöne Uferpromenade mit Fachwerk- und Jugendstil-Elementen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutschsprachige Bevölkerung vertrieben. Unter dem kommunistischen Regime verlor der Ort seine Funktion als exklusiver Kurort. Die Anlagen verfielen zunehmend. Die Privatisierung nach 1989 brachte keine Rettung – im Gegenteil: Es kam zu chaotischen Eigentumsverhältnissen und weiterem Verfall. Viele historische Gebäude (einschließlich der Villa Mattoni) wurden zu Ruinen. Seit 2013 wird der Lost Place gesichert und es begannen erste Sanierungsarbeiten. Auch wenn man die Gebäude aktuell nicht betreten kann, hat der kleine Ort einen melancholischen Urbexer-Charme.















