1. Die Steinmühle
Die Steinmühle wurde 1303 als Getreidemühle von den Zisterziensermönchen aus dem Kloster Zinn erbaut und von diesen betrieben. Bis 1766 wurde die Mühle als Getreidemühle genutzt, bis der damalige Mühlenmeister eine Genehmigung zur Anlegung einer Schneidemühle (Sägewerk) erhielt.
1845 wurde sie wieder abgerissen und danach als Ölmühle wiederaufgebaut. Ende 19. Jahrhunderts wurde auf Dampfkraft erweitert und die Mühle zur Strohpapierstoff-Fabrik umgebaut. Sie wurde auch weiter als Dampfmühle genutzt. 1918 firmiert die Mühle als „G. Thiele Steinmühle“. Inhaber war Emil Gericke, der Schwiegersohn von G.Thiele. 1934 wurde die Dampfmaschine durch einen Motor ersetzt und die Mühle vergrößert.

Luftnachrichtenvermittlung 72 Treuenbrietzen
Zeitungsmeldung im "Streiter" vom 26.11.1940: "Die Kameraden der Luftnachrichten-Übungsstelle sowie der Betriebssportgemeinschaften (BSG) der Metallwarenfabriken führen im Schützenhaus einen Schießwettkampf mit Kleinkaliber und Armeegewehr durch. Die besten Einzelleistungen zeigten Fritz Kamrad (Werk S) und Hellmuth Walter (Werk A). Bester Einzelschütze mit dem Armeegewehr ist Kurt Collberg aus dem Werk S. Betriebssportwart Otto Scheunert dankt abschließend für das gute Zusammenwirken von Luftnachrichten und Betriebssportgemeinschaften bei der Durchführung des Schießens".
Wegen der technischen Bedeutung des Verstärkeramtes der Reichspost in der Berliner Straße 8 (Deckname Amt 12), über das wichtige Telefonverbindungen liefen und der als Grundnetzknoten diente, hat neben dem Heer, auch die Luftwaffe eine Vermittlungsstelle in Treuenbrietzen aufgebaut. So wurde ab 1938 auf einen Hügel im Wald gegenüber der Leipziger Siedlung die Luftnachrichtenvermittlung 72 (Deckname: Elfrath 72) gebaut. Sie war über die neu angelegte Betonstraße von der B 2 zu erreichen. Die Inbetriebnahme erfolgte im April 1939. Gebaut wurde ein mehretagiger Bunker der mit einem Wohnhaus, das als Dienstgebäude fungierte, getarnt war. Im nahen Wald wurden auch 4 Unterkunftsbaracken für die Luftwaffenhelferinnen und Nachrichtensoldaten gebaut. Ein Generator sorgte bei Stromausfall für eine unabhängige Stromversorgung. Aufgabe dieser Einheit war es die verschlüsselten Nachrichten von den verschiedenen Luftflottenleitstellen zu empfangen und zum Oberkommando der Luftwaffe nach Potsdam-Eiche weiterzuleiten. Umgekehrt wurden verschlüsselte Befehle des Oberkommandos an die jeweiligen Luftwaffenwaffeneinheiten im Reich weitergeleitet. Eine weitere Aufgabe war auch die Vermittlung von normalen Telefongesprächen zu allen Frontabschnitten. Nach dem Krieg waren zunächst Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten in dem Bürogebäude über den Bunker einquartiert. Trotz großer Wohnungsnot in der Stadt und bitten des kommunistischen Bürgermeisters an die sowjetische Kommandantur, wurde der Bunker und das Wohnhaus 1947 von den Russen gesprengt. Heute findet man nur noch den Notausstieg des Bunkers, in dem wir schon als Kinder spielten.

In den Wohnbaracken der Luftwaffenhelferinnen waren noch bis 1957 25 Flüchtlingsfamilien aus Schlesien und Ostpreußen unter sehr schlechten Bedingungen untergebracht. 1958 werden zwei Baracken dem VEB Meßgerätewerk (GRW) übertragen, dass die Gebäude als Schweißerei und als Versand nutzte. Der Großhandelskontor der HO aus Jüterbog erhält im selben Jahr zwei Baracken die dann 1967 dem IFA-Vertrieb Magdeburg zur Lagerung von Motorrädern weiter übertragen wurden. Die vier Baracken werden heute noch als Produktions- und Lagergebäude genutzt und befinden sich in einem Gewerbepark das der Firma CTP, Europas größter börsennotierter Eigentümer, Entwickler und Verwalter von Logistik- und Industrieimmobilien, gehört.








